Am 30. Juli 2022 gründeten Balinger Bürger einen Förderverein, dessen Vereinszweck darin besteht, die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Balingen finanziell und ideell dazu in die Lage zu versetzen, Renovierungs-, Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen an der Friedhofkirche durchzuführen. Der Verein sammelt deshalb so lange Gelder, bis ein Drittel der zu erwartenden Gesamtkosten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro der Generalsanierung abgedeckt sind.
Das ist keine leichte Aufgabe, und das Programm, das sich der Förderverein vorgenommen hat, ist ambitioniert: Mit Konzerten, Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen und vielem mehr möchten wir die Friedhofkirche im kulturellen Bereich als Veranstaltungsraum etablieren. Wir möchten aus ihr eine Bürgerkirche machen.
Unsere nächste Benefizveranstaltung findet ausnahmsweise an einem Samstag statt.
Herzliche Einladung am Samstag, 6. Juni um 18:00 Uhr zum Konzert:
"Der Gesang Sardiniens"
Geistliche und weltliche Vokalmusik von der Mittelmeerinsel
mit dem Sandra Ligas Quartett. Dies sind Sandra Ligas, Gesang; Jörg Neubert, Violine; Daniele Cuccu, Gitarre; Massimo Perra, Akkordeon und Perkussion.
Sandra Ligas nimmt ihre Zuhörer mit auf einen musikalischen Streifzug durch Sardiniens Vergangenheit und Gegenwart. Von Mariengesängen aus dem Mittelalter über romantische Liebeslieder bis hin zu zeitgenössischen (Eigen-)Kompositionen reicht ihr großes Repertoire. In ihren Liedern mischen sich traditionelle und moderne musikalische Einflüsse und erzeugen einen ganz eigenen, intensiven Klang. Begleitet wird Sandra Ligas von ihren sardischen und schwäbischen Musikerfreunden.
Sandra Ligas stammt aus Elmas im Süden Sardiniens. Bereits in jungen Jahren begann sie im Chor der örtlichen Volkstanzgruppe zu singen. Dank ihrer außergewöhnlichen natürlichen Stimme trat sie bald auch als Solistin in Erscheinung und wurde für ihre Lieder mit Preisen ausgezeichnet. Während ihrer Karriere veröffentlichte sie mehrere Tonträger und nahm an zahlreichen Festivals und Konzerten teil, die sie, neben Sardinien und Italien, auch in viele Länder Europas, nach Argentinien, in die USA und nach Japan führten.
Der Förderverein zum Erhalt der Friedhofkirche lädt am Sonntag, 26. April um 18 Uhr zu einem Benefizkonzert mit dem Barocktrio der Gemeinde unter dem Böllat in die Friedhofkirche Balingen ein.
Auf dem Programm stehen Sonaten für Flöte und Continuo von Marcello, Bagliani und Telemann sowie Orgelchoräle zur Osterzeit von J.S. Bach.
Das Barocktrio, bestehend aus Monique Baumann, Blockflöte, Michael Wagner, Cello und Stefanie Köpfler-Bertels, Continuo musiziert seit zwei Jahren miteinander und ist schwerpunktmäßig in Gottesdiensten und Konzerten in den Kirchen der Gemeinde unter dem Böllat zu hören.
Monique Baumann erhielt schon früh Unterricht in Blockflöte und begleitet regelmäßig die Gottesdienste der Gemeinde. Darüber hinaus widmet sie sich mit ihrem Instrument in besonderer Weise der Barockmusik.
Michael Wagner war als Musiklehrer an verschiedenen Schulen tätig und leitet den Kirchenchor der Gemeinde unter dem Böllat. Er wirkt in zahlreichen Orchestern und Ensembles mit.
Stefanie Köpfler-Bertels bekam als Fünfjährige den ersten Klavierunterricht. Sie studierte Kirchenmusik und schloss mit dem Musiklehrerdiplom und der künstlerischen Reifeprüfung im Fach Orgel ab. Steffi Köpfler-Bertels war 30 Jahre Kirchenmusikerin an der Heilig-Geist-Kirche Balingen, sie gründete und leitete mehrere Kinder-, Jugend-, und Erwachsenenchöre. Seit 2018 ist sie freischaffende Komponistin, Pianistin und Organistin. Seit 2019 ist sie Organistin der evangelischen Kirchengemeinde Unter dem Böllat.
Der Eintritt ist frei, Spenden zum Erhalt der Friedhofkirche sind erbeten.
Herzliche Einladung zum Advents- und Weihnachtliedersingen
Am Freitag, 12. Dezember um 18:00 Uhr lädt der Förderverein Friedhofkirche Balingen zum traditionellen Advents- und Weihnachtsliedersingen in die Friedhofkirche ein.
Iris Manno (Flöte), Dietrich Schöller-Manno (Violine) und Kirchenmusikdirektor Wolfgang Ehni werden uns begleiten, Dekan Michael Schneider spricht kurze geistliche Impulse. Es geht hauptsächlich um das Singen in Gemeinschaft, den einzigen Fehler den Sie machen können, ist nicht mitzusingen. Der Eintritt ist wie immer frei, Spenden sind willkommen.
Und ebenfalls gegen eine Spende erhalten Sie frischen, von der Bäckerei Koch gespendeten Hefezopf. Zudem besteht an diesem Abend die Möglichkeit, die nagelneuen Schokotaler des Fördervereins zu erwerben.
Märchhafte Reise um die Welt - für Erwachsene
Die Erzählerin Sigrid Maute entführt Sie an diesem Abend in die Anderswelten der Keltischen Mythologie, erzählt gewitzte Märchen, wie wir sie den Brüder Grimm nicht
zugetraut hätten, lässt uns die Kraft der Erde bei indigenen Völkern spüren und erheitert uns mit feinem chinesischem Humor.
„Leben mit einem lachenden und einem weinenden Auge
Humor angesichts von Sterben und Trauer“
Wer lacht kann nicht gleichzeitig denken, wer lächelt dem/der geht es besser. Warum ist das so? Der Vortrag möchte die Bedeutung von guten Bildern, von Humor und Hoffnungszeichen bei Sterben und Trauer aufzeigen. Dabei spielen die Vorgänge in unserem Gehirn und die Spiegelneuronen eine wichtige Rolle. Die Bedeutung der Bilder aus Spiritualität und Glaube helfen in schweren und dunklen Zeiten, weil sie Lichter in der Seele sind, die über Sterben und Tod hinausleuchten.
Was brauchen Sterbende und Trauernde? Kann ich mit Sterbenden noch lachen und Freude erleben? Weshalb können gute Bilder helfen? Diese Fragen werden in vielen erlebten Geschichten und Beispielen aus dem Klinikclownalltag und der praktischen Seelsorge angesprochen und reflektiert. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Versöhntsein mit sich, dem eigenen Leben und den anderen.
Der bekannte Trauerforscher Jorgos Canacakis bringt es auf den Punkt:
"Trauer und Freude sitzen im selben Haus.
Wenn ich die Trauer einschließe,
kann auch die Freude nicht mehr hinaus."
Der Vortrag wird begleitet von tiefsinnigen aber auch heiteren und durchaus clownesken Zauberkunststücken.
Der Eintritt zu dieser ganz besonderen Veranstaltung ist frei, Spenden an den Förderverein sind willkommen.
Rückblick und Ausblick – unser gemeinsamer Weg zur Bürgerkirche
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Unterstützer,
mit großer Dankbarkeit dürfen wir Ihnen berichten, dass sich unser gemeinsames Projekt „Bürgerkirche“
in den letzten Monaten Schritt für Schritt weiterentwickelt hat. Im Rahmen unserer Jahreshauptversammlung im Februar konnten wir eine wichtige Satzungsänderung vornehmen: Die Satzung wurde um eine Präambel ergänzt, um die Idee der Bürgerkirche als gemeinschaftlich genutzten Ort für die Balinger Bürgerschaft noch klarer zu definieren.
Ein besonderer Meilenstein wurde im Juni 2025 erreicht:
Das Denkmalamt hat der verkehrssicheren Sanierung
von Kirche und Kirchturm zugestimmt. Insbesondere unsere geplanten Umgestaltungen im Innenraum fand
nach intensiver Diskussion und die Abwägung von Alternativen letztlich die Zustimmung. Dies beinhaltet
– die Installation einer neuen Heizung.
– den Ersatz der Kirchenbänke durch Stühle.
– den Anbau einer Toilettenanlage auf dem Grundriss des ehemaligen Gebeinhauses mit Zugang von der Kirche und vom Friedhof.
– ein Stuhllager und eine Teeküche unter der Empore, jeweils getrennt durch Glasschiebewände.
Diese positiven Entscheidungen sind ein erster großer Schritt für uns. Nun gilt es, die noch ausstehenden Abstimmungen in den kirchlichen Gremien zu durchlaufen. Auch hier sind weiter Geduld und Ausdauer gefragt.
Begleitend dazu veranstalten wir weiterhin Benefizveranstaltungen und freuen uns über neue *Förderer*, die unser Herzensprojekt Bürgerkirche unterstützen möchten.
Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Treue, Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen eine angenehme
und gesegnete Sommer – und Urlaubszeit.
Am Sonntag, dem 1. Juni 2025, 18 Uhr, findet ein Konzert zu Gunsten des Förderverein Friedhofkirche Balingen in der Balinger Friedhofkirche statt. Zu Gast ist die Cembalistin Stefanie Köpfler- Bertels. Die Künstlerin bekam als Fünfjährige den ersten Klavierunterricht. Sie studierte Kirchenmusik und schloss mit dem Musiklehrerdiplom und der künstlerischen Reifeprüfung im Fach Orgel ab. Es folgte ein Kontaktstudium Cembalo. Steffi Köpfler-Bertels war 30 Jahre Kirchenmusikerin an der Heilig-Geist-Kirche Balingen, sie gründete und leitete mehrere Kinder-, Jugend-, und Erwachsenenchöre. Seit 2018 ist sie freischaffende Komponistin, Pianistin und Organistin. Seit 2019 ist sie Organistin der evangelischen Kirchengemeinde Unter dem Böllat. Werke von Frescobaldi, Buxtehude, Froberger und J. S. Bach werden zu hören sein. Der Eintritt ist frei, Spenden an den Förderverein sind willkommen.
Die Friedhofkirche im Gefüge der Balinger Kirchenlandschaft
Die Balinger Kirchenlandschaft zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass schon die Überlieferung schon früh mehrere kirchliche Gebäude erwähnt. Selbst innerhalb der einstigen Stadtmauern sind neben der heutigen Stadtkirche weitere Kapelle erwähnt. Auch jenseits der Stadtmauer war die Friedhofkirche nicht die einzige Einrichtung, die sakralen Zwecken diente. Der Vortrag möchte angesichts dieses Umstandes zeigen, welchen Stellenwert die Friedhofkirche innerhalb dieses Ensembles einnahm. Was lässt sich aus der geschichtlichen Überlieferung mit Gewissheit über die frühere Pfarrkirche sagen? Wo sind Unklarheiten und Überschneidungen mit den Nachrichten über andere Kapellen auf Balinger Gemarkung? Mit Fragen wie diesen soll die Position der Friedhof innerhalb der örtlichen Kirchenlandschaft dargelegt werden.
Es ist der Zauber dieses besonderen Klangs, der die Zuhörer in der vollbesetzten Friedhofskirche zum Schwingen bringt: Das Klezmer-Quartett Jontef gastiert nach Auftritten in der Fabrik oder der Zehntscheuer einmal mehr in Balingen und hat auch bei diesem, vom Förderverein Friedhofskirche organisierten Gastspiel die Sinne derer verwöhnt, die Grund zum Seufzen haben – aus Kummer oder Freude. So genau lässt sich das bei Klezmer-Musik nicht unterscheiden. Denn die Lieder und Instrumentalstücke haben allesamt einen tänzerischen Character mit
reicher Ornamentierung und melodischen Bögen. Auch mit oj, oj, oj und unbekümmerten Fiedeln ist es bei Jontef nicht getan. Rascher Wechsel von Dur nach Moll und ebenmäßiger Innigkeit, tanzen machender Rhythmik und ebenmäßiger Innigkeit, schafft das Quartett, das sich 1988 am Landestheater Tübingen gegründet hat, ein besonderes Formschema, das vom Klezmer-Feeling über Folk bis zu leicht synkopierten, also jazzigen Stücken reicht. Joachim Günther an der Klarinette und dem Akkordeon sucht die Tiefe des Ausdrucks ohne Kitsch oder Pomp genauso wie Peter Falk am Contrabass, Wolfram Ströle an der Violine und Gitarre und der Schauspieler Michael Chaim Langer, der mitunter singt mit seiner wandelbaren Tenor-Stimme, das Tambourin schlägt und mit Gesten und Mimik kleine Geschichten spielt - wir würden sagen aus dem jüdischen Leben.
Bei genauem Hinhören lassen sich die jiddischen Texte der Lieder verstehen. Viel weicher und auch charmanter klingt es als das knackende Deutsch. Der in Israel geborene Schauspieler und Sänger Michael Chaim Langer jedoch spielt die bezaubernden Anekdoten nicht in Jiddisch sondern in Schriftdeutsch und mit dem für Israelis typischen Idiom, das immer ein wenig französisch klingt. Es sind poetische Texte, auch jener über die Flucht eines jungen Ehemannes vor der Einberufung zum Wehrdienst im Heer des Zaren. Ein anderer Song ist übertitelt: Du fregst mich mayn Frajnd… wie alt ich bin… Wenn leben heißt leiden, dann leb ich schon lang. Was auch immer erzählt oder solistisch oder mehrstimmig gesungen wird: es wird nie larmoyant, sondern eher selbstkritisch oder spitzbübisch und immer dem Leben und einer Lösung zugewandt. Aber natürlich wird in Texten und Liedern aus Liebesleid auch mal geklagt und musikalisch tief geseufzt oder der Kummer eines Vaters von Langer wortreich geschildert, dessen Scheindele (Töchterchen) sich für einen armen Schneider entscheidet, statt eines wohlhabenden Bewerbers.
Der süße Geigenton von Wolfram Ströle klingt wie gelöstes Singen, und das Spiel von Peter Falk zeichnet nicht nur Bass-Linien, sondern entwickelt tänzerische Konturen. Und Ströle an der Klarinette zaubert eine farbenfrohe, fast illustre Klangkraft. Dieser und Joachim Günther haben übrigens fast alle Stücke geschrieben von Jontef, das übersetzt Festtag heißt. Mit einer Kusshand bedankt sich Michael Chaim Langer beim Publikum dafür, dass das Gastspiel zwar kein Festtag, aber zu einem wahrhaft festlichen Abend gerierte.
(Text und Foto: Barbara Szymanski)
Flöten und Tasten - Musik aus 5 Jahrhunderten
Am Pfingstsonntag lud der Förderverein Friedhofkirche zu einem weiteren Benefizkonzert ein. Es musizierten die aus Bitz stammende Mirjam Schumacher, heute in Freiburg ansässig und mit allen erdenklichen Flöten und Klavier vielfältig musikpädagogisch und künstlerisch tätig, und Rudolf Hendel, als Kirchenmusikdirektor im Ruhestand hier bestens bekannt und weiterhin aktiv. Er zeigte sein Können auf vier Tasteninstrumenten, Orgel, Cembalo, e-Piano und sogar Akkordeon. Das Programm spannte einen Bogen mit Musik aus 5 Jahrhunderten. Zuerst war ein Fanfare Song des bekannten Komponisten für populäre Kirchenmusik, Michael Schütz, zu hören. E-Piano und Sopraninoblockflöte sorgten virtuos mit rockigen Rhythmen für gute Laune. Weiter ging es mit einem Werk von Sign. Detri für Altblockflöte und Cembalo in höfisch-elegantem italienischen Barockstil, dessen höchste technischen Schwierigkeiten das Publikum zum Staunen brachte, gefolgt von einem ruhigeren, aber ebenfalls galanten Werk für Orgel Solo des unterfränkischen Paters Augustin Büx. Das zentrale Werk des Abends stellte die Chorvariation „Veni Creator Spiritus“ von Andreas Willscher (*1955) dar. In die Vertonung des traditionellen Pfingstfesthymnus als Choralvariationen für Orgel solo flochten die Künstler den gregorianischen Hymnus solo von Mirjam Schumacher gesungen zwischen die einzelnen Variationen ein. Die ergreifende klösterliche Frömmigkeit des gregorianischen Gesangs trat zu den modernen Orgelklängen und spannte den Bogen von den allerersten Anfängen der notierten europäischen Musik bis zu den Ausdrucksformen der heutigen Musiksprache. Es folgten mit der Air aus der Holbergsuite von Grieg, bearbeitet für Tenorflöte und Orgel, ganz dunkle Klangfarben der Romantik des Nordens, bevor eine Choralvariation von Pachelbel aus seinen Musikalischen Sterbensgedanken auf dem Cembalo erklang. Die Melodie des trostvollen Stücks „Werde munter mein Gemüte“ fand später bei J.S. Bach Einzug in das berühmte Werk „Jesu bleibet meine Freude“. In 415 Hz Stimmung auf einer historisch nachgebauten Barockblockflöte erklang von Telemann eine Fantasie für Altblockflöte solo, bevor das Publikum mit Akkordeon und Sopranblockflöte in die schillernde Welt des Südtirolers Herbert Pixner entführt wurden. Die volkstümlichen Klänge der Komposition „Süd-Ost“ zauberten ein Lächeln ins Gesicht der zahlreichen Besucher, die sich mit langanhaltendem Applaus für das Konzert bedankten, das in ganz besonderer Weise empfinden ließ, wie Musik über alle Jahrhunderte hinweg Dienerin des Glaubens und Ausdruck menschlicher Emotionen in der ganzen Bandbreite des Lebens zu sein vermag.
Benefizkonzert zugunsten des Förderverein Friedhofkirche am 13.4.24
mit dem Flötenquartett vierflöten
Die Balinger Musikpädagogin Christine Köhler singt mit den Lehramtsmusikerinnen Annette Bronner, Simone Herter und Andrea Johannsen nicht nur regelmäßig in der Stuttgarter Kantorei, sondern musiziert auch unter dem Namen vierflöten in der Besetzung Querflötenquartett. Eine Kostprobe ihres Könnens ließen die vierflöten am Samstagabend in der Friedhofkirche zugunsten des Fördervereins erklingen.
Mit höfischer Musik aus der 3. Orchestersuite von J.S. Bach wurde der Konzertabend festlich eröffnet, gefolgt von einem Ricercare von Palestrina, einer typischen Kompositionsform der Renaissance. Im Ricercare werden vier gleichberechtigte Stimmen kunstvoll in früher Polyphonie verflochten, wie Christine Köhler in ihrer Moderation erläuterte. Das folgende Concerto F Dur von Telemann und das Allegro brilliante aus dem Divertimento F Dur sprühten vor Lebensfreude, immer mal wieder ergänzt durch Abschnitte mit dunkleren, nachdenklicheren Farben. Als nächstes Stück wurde das Rigaudon aus der Holberg Suite von Edward Grieg vorgetragen, hier verbanden sich barocker Tanz mit nordischen und romantischen Flötenklängen. Aus der Oper Orpheus und Eurydike von C. W. Gluck folgte der Reigen seliger Geister, bevor der berühmte Danse des Mirlitons aus der Nussknacker-Suite von P. Tschaikowsky erklang. Alle Stücke wurden mit präziser Rhythmik und klar perlenden Tönen in ausgewogener Klangbalance musiziert. Den Abschluß des Programms bildete ein Ausflug in die Idylle Arkadiens, eine märchenhafte Landschaft voller musizierender Hirten und Nymphen. Aus dem Werk Arcadie des französischen Komponisten Marc Berthomieu erklangen die Sätze Bergers – Hirten, La Syrinx magique – Zauberflöte und Dryades – Baumnymphen. Schwebende, flirrende und impressionistisch anmutende Klänge zauberten eine wunderbare Atmosphäre, für die sich die zahlreichen Zuhörer mit herzlichem Applaus bedankten.
Als Dank für die bereits zugesagten und eingegangenen Spenden in Höhe von 315.000 Euro und als Impuls für weitere Zuwendungen hat der Förderverein Friedhofkirche ein Benefizkonzert veranstaltet. Nur wenn Eigenmittel von 600.000 Euro vorliegen, kann die Balinger Friedhofskirche saniert und künftig als „Bürgerkirche“ genutzt werden.
Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt und erlebten ein beeindruckendes Konzert, denn der musikalische Teil des Abends wurde von Dorothee Bahn, Viola und Stefanie Köpfler-Bertels, Orgel, mehr als professionell gestaltet. Sonaten von J. S. Bach, Carl Philipp Emanuel Bach und Joh. Christian Bach sowie ein Werk für Orgel Solo von J. S. Bach zogen die Zuhörer in den Bann.
„Bürgerkirche“ als gemeinsame kreative Umgebung
Das Konzert zeigte schon jetzt, für was die „Bürgerkirche“ Balingen in Zukunft stehen kann. Claus Kimmerle, brachte es in seiner Ansprache auf den Punkt: „Die Spenden ermöglichen es uns, diese Vision einer Bürgerkirche, Realität werden zu lassen. Einen Raum zu schaffen, in dem sich Bürgerinnen und Bürger engagieren und in einer gemeinsamen kreativen Umgebung interagieren können. Wo regionale Künstlerinnen und Künstler Raum finden, um ihre Talente zu entfalten, um ihre Werke der Gemeinschaft zu präsentieren.“
Die ersten
Brückenpfeiler können errichtet werden
Claus Kimmerle und Reinhold Schäfer, haben sich der Aufgabe verschrieben, Gelder für die „Bürgerkirche“ einzusammeln. Rund 315.000 Euro haben sie bis dato bei großzügigen Spendern eingeworben. Beabsichtigt sind 600.000 Euro. Ein Ziel, dass in unruhigen Zeiten wie diesen immens an Bedeutung gewinne, so Claus Kimmerle: „Der Kunst und Kultur werden die Fähigkeit zugesprochen, eine Brücke zwischen Menschen unterschiedlicher Ansichten und Hintergründe schlagen zu können. Der Förderverein hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Brücke zu bauen. Und dank der großzügigen Spende können wir die ersten Brückenpfeiler errichten. Die gesellschaftliche Notwendigkeit solche Brücken zu bauen, sehen und erleben wir unter anderem jeden Tag in den Nachrichten.“
Reinhold Schäfer: Es geht um den Erhalt eines historisch wertvollen Gebäudes
Dass der Weg hin zur Bürgerkirche allerdings noch weit ist, verdeutlichte Reinhold Schäfer. Mit Blick auf die vorhandenen Räumlichkeiten in der Stadt sähe man mit der Bürgerkirche einen entsprechenden Bedarf bei Vereinen und Organisationen. Reinhold Schäfer betonte jedoch: „Es handelt sich hier ja um keine Kirchenrenovierung im klassischen Sinne. Vielmehr geht es beim jetzt anstehenden Projekt um den Erhalt eines für die Stadt historisch ganz wertvollen Gebäudes. Ebenso geht es darum, die Kirche für künftige Nutzungen mit entsprechenden baulichen Maßnahmen vorzubereiten. Der Turm der Friedhofkirche muss dringend instandgesetzt werden. Weiterhin ist die Erneuerung der Heizungsanlage und der Elektrotechnik, die Sanierung des Gebäudes mit Dach, Schiff und Chorraum dringend notwendig.“
Gesamtkosten sicher mehr als 1,8 Millionen Euro
Nach einer Bauberatung des Oberkirchenrates war zum Zeitpunkt der Vereinsgründung überschlägig mit Gesamtkosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro zu rechnen. „Nach erfolgter Detailplanung und wegen der Baupreissteigerungen wird sich diese Summe sicherlich noch nach oben steigern“, so Schäfer. Umso wichtiger sei es, auch in Zukunft Spenden einzusammeln. Mit Konzerten etwa.
Großzügige Spender werden auf einer Tafel erwähnt
Großzügigen Spendern wird künftig mit einem öffentlich sichtbaren Zeichen gedankt: einer Stele, die das Kreuz symbolisiert. Ein Entwurf der Firma Atelier Türke, gefertigt von den Firmen Beck Schlosserei in Owingen und Hermann Fischer aus Engstlatt. „Die Stele wird künftig gegenüber dem Eingang ihren festen Platz haben. Ergänzend werden die Namen der Spender ab einer bestimmten Spendensumme auf einer speziellen Spendertafel aufgeführt“, erklärte Claus Kimmerle. Doch auch kleine Spenden seien selbstverständlich willkommen auf dem gemeinsamen Weg hin zu „Bürgerkirche“ Balingen.
Benefizkonzert für die Friedhofkirche mit Absolventen der Musikhochschule Stuttgart
Am 28.1.2024 konzertierten in der Friedhofkirche im Rahmen der Benefizkonzertreihe für den Erhalt der Friedhofkirche Tasuku Noguchi, Altsaxophon und der in Balingen aufgewachsene Cellist Sebastian Triebener. Beide sind Studenten der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart und bereiten sich derzeit auf ihre Abschlußprüfung vor. Zu Beginn erklang eine Originalkomposition für Altsaxophon und Violoncello des ukrainischen Komponisten Nikolai Kapustin (1937-2020). Die dem Jazz sehr nahe Tonsprache des dreisätzigen Werks versprühte mit besonders im Cellopart sehr abwechslungsreichen Spieltechniken viel Energie. Die folgenden Solostücke für Altsaxophon „Passus“ von Johannes Burgert, geb. 1998, und „Sequenza IXb“ Luciano Berio (1925-2003) loteten die technischen und klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes voll aus. Tasuku Naguchi spielte mit wundervoll weichem Ton die lyrischen Passagen, beherrschte die Doppeltonpassagen von höchster Schwierigkeit und brillierte sowohl mit seiner Geläufigkeit als auch mit seiner Sicherheit im extremen Wechsel der Tonhöhen. Mit „Kottos“ von Iannis Xenakis (1922-2001) stellte sich auch Sebastian Triebener einer enormen technischen Herausforderung. Das Stück, benannt nach dem hundertarmigen Sohn von Uranus und Gaia aus der griechischen Mythologie, ist so anspruchsvoll in seiner polyphonen und polyrhythmischen Art des Spiels, dass sich dem Musiker der Wunsch nach ein paar zusätzlichen Armen für die Ausführung aufdrängt! Die zahlreichen Zuhörer lauschten den ungewohnten Klängen und ungeahnten Ausdrucksformen mit großer Aufmerksamkeit und spürbarer Faszination für das virtuose Spiel. Zum Schluß durften sich alle bei gewohnten harmonischen Klängen aus dem 17. Jahrhindert von D. Gabrielli bei Ricercar 1 und 6 sowie einem Kanon für original 2 Celli, umgearbeitet für das Duo, erholen. Mit begeistertem Applaus bedankte sich das Publikum bei den jungen Künstlern für das ungewöhnliche Konzerterlebnis.
Impressionen von vergangenen Veranstaltungen finden Sie hier.
Der Förderverein wird von einem Vorstand geleitet. Dieser setzt sich aus dem ersten und zweiten Vorsitzenden, einem Schriftführer und einem Kassierer sowie bis zu vier Beiräten zusammen. Kraft Amtes können auch bis zu drei vom Kirchengemeinderat der Evangelischen Gesamtkirche Balingen bestimmte Vertreter bzw. Vertreterinnen dem Vorstand angehören. Die Mitglieder wählen den Vorstand für die Dauer von zwei Jahren.

Wolfgang Schuppler
1. Vorsitzender
Tel. 07433/20318
Prof. Irmgard Priester
2. Vorsitzende
Tel. 07433/7645
Hardy Glaser
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 07433/27 35 39
Susanne Hüttner
Schriftführerin
Gerlinde Gess
Schatzmeisterin
Fotos: Georg Wilkens
1000 Jahre sieht man ihr an: Der Putz bröckelt. Immer wieder fallen kleine Mörtelstückchen auf Gräber. Der Turm der Friedhofkirche muss dringend in Stand gesetzt werden. Doch das ist nur eine Aufgabe, die an Balingens ältestem Gotteshaus zu lösen ist. Weitere sind: die Erneuerung von Heizungsanlage und Elektrotechnik, die Sanierung des Gebäudes, usw. Die Liste der kleineren und größeren Probleme ist lang, die Kassen sind knapp. Deshalb hat sich eine Gruppe von Ehrenamtlichen zusammengefunden, die sich zum Ziel gesetzt hat, der Friedhofkirche zu helfen.
Helfen Sie mit, dass unsere Friedhofkirche in Balingen zu einer Bürgerkirche wird und werden Sie Mitglied in unserem Förderverein.
Den Mitgliedsantrag können Sie sich hier herunterladen. Bitte füllen Sie den Mitgliedsantrag komplett aus und senden ihn zurück an:
Förderverein Friedhofkirche Balingen e.V.
c/o Wolfgang Schuppler
1. Vorsitzender
Posener Str. 8
72336 Balingen
oder gescannt per E-Mail an:
Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.
Spendenkonto:
Förderverein Friedhofkirche Balingen e.V.
IBAN DE05 6535 1260 0134 0642 42 | BIC SOLADES1BAL
Sparkasse Zollernalb
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Für Spenden / Mitgliedsbeiträge bis zu 200 € gelten die Überweisung und der Kontoauszug als Nachweis beim Finanzamt. Für höhere Spenden stellt Ihnen der Förderverein eine Bescheinigung aus.
